Zeitzeugengespräche zu Religion, Weltanschauung und Gemeinschaft in der DDR – ein Zwischenstand

Im Rahmen unseres von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur geförderten Projekts haben wir in den vergangenen Monaten zahlreiche sehr spannende und aufschlussreiche Gespräche geführt. Unsere Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner berichten aus eigener Erfahrung über Zugehörigkeit und gemeinschaftliches Leben, über Religion und Weltanschauung dort, wo sie von den in der DDR vorherrschenden Vorstellungen abwichen, und darüber, was es bedeutete, unter den damaligen politischen und gesellschaftlichen Bedingungen in solchen Zusammenhängen zu leben.

Dabei zeigt sich immer wieder, wie unterschiedlich persönliche Erfahrungen, Erinnerungen und rückblickende Bewertungen sein können. Gerade diese Unterschiede sind für unser Projekt von besonderem Interesse. Die Gespräche folgen deshalb keinem vorgegebenen Deutungsmuster und sollen keine bereits feststehende Sichtweise bestätigen. Uns interessiert, wie die Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner selbst ihre damaligen Erfahrungen erinnern, einordnen und heute bewerten. Mit der Teilnahme ist keinerlei Erwartung verbunden, zu bestimmten Erfahrungen, Ereignissen oder Konflikten zu berichten oder diese in einer bestimmten Weise zu bewerten. Ausdrücklich interessieren uns auch Erinnerungen und Einschätzungen, die verbreiteten Erwartungen oder öffentlichen Darstellungen widersprechen, sie ergänzen oder Erfahrungen sichtbar machen, die sich nicht ohne Weiteres in bestehende Deutungen einfügen.

Für ein bis zwei weitere ausführliche Zeitzeugengespräche haben wir noch Kapazitäten. Wir suchen Menschen, die in der DDR selbst in solchen Zusammenhängen gelebt haben und aus eigener Erfahrung darüber berichten können.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und Ihre Kontaktaufnahme.